Untersuchungen zu Wittgensteins "Diktat für Schlick"

Peter Keicher

Abstract


Diese Arbeit ist Wittgensteins "Diktat für Schlick" gewidmet. Im ersten Teil erläutere ich den biographischen und werkgeschichtlichen Hintergrund dieses Diktates. Kapitel I.1 besteht aus einer Sammlung biographischer Angaben und Beschreibungen zu Wittgensteins Verhältnis zu Schlick, Waismann und zum Wiener Kreis, die teils schon bekannt sind, mir aber doch wert schienen, in diesem Rahmen noch einmal zusammengefaßt zu werden. In Kapitel I.2 gehe ich darauf ein, in welchem Verhältnis Wittgensteins Diktate zu seinen Veröffentlichungsvorhaben stehen. Dazu liegen meines Wissens noch kaum wissenschaftliche Arbeiten vor. Die Forschungen, die hier allerdings notwendig wären, sind so umfangreich, daß meinen diesbezüglichen Ausführungen eher der Charkter von Anregungen oder Hinweisen zukommt. Die Diktate bilden in Wittgensteins Nachlaß überhaupt eine Textgruppe, der noch vergleichsweise wenige Forschungsarbeiten gewidmet sind, und so gebe ich in Kapitel I.3 einige weitere Hinweise zu Möglichkeiten und Schwierigkeiten einer genaueren Eingrenzung und Erforschung dieser Textgruppe im Kontext des Wittgenstein-Nachlasses. Der zweite Teil dient einer genaueren werkgeschichtlichen Einordnung des "Diktats für Schlick". In Kapitel II.1 stelle ich zunächst eine stilistische Charakterisierung des Stückes vor. In Kapitel II.2 gebe ich die wenigen Kommentare und Hinweise zur Datierung des "Diktats für Schlick" wieder, die ich vor allem bei Georg Henrik von Wright und Brian McGuinness finden konnte. Meine eigenen Forschungsergebnisse stelle ich in Kapitel II.3 vor. Sie betreffen die Person des Notanten und die Datierung des Stücks. Da das Diktat selbst keine Datierung enthält, habe ich es mit einer Reihe anderer Manuskripte und Texte Wittgensteins verglichen. Ich möchte die Ergebnisse dieses Vergleichs hier auch deshalb vorstellen, weil sie für Untersuchungen des einen oder anderen angrenzenden Stücks des Nachlasses nützlich sein können, und weil sie in dem verzweigten Netz von Wegen der Schriften Wittgensteins einige Wegmarken hinzufügen. Im dritten Teil diskutiere ich schließlich Wittgensteins Bemerkungen "zu Heidegger". Eine Bemerkung Heideggers zu Wittgenstein stelle ich im Kapitel III.1 vor. Die erste Bemerkung Wittgensteins zu Heidegger findet sich bekanntlich in Waismanns Gesprächsaufzeichnungen, die in Wittgenstein und der Wiener Kreis veröffentlicht wurden; die zweite findet sich im "Diktat für Schlick". Sie wird hier in Kapitel III.2 zitiert. Was die Interpretation dieser wechselseitigen Bezugnahmen angeht, die eine eigene Arbeit wert ist, lasse ich es bei einigen wenigen Hinweisen bewenden.

Keywords


philosophy; 20th century philosophy; Wittgenstein Ludwig; Schlick Moritz; Waismann Friedrich; dictation; Heidegger Martin; Nachlass; Carnap Rudolf; conversation; publication; work; composition

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