Zwei Dilemmata – McDowell und Davidson über Sprache, Erfahrung und Welt

Jens Kertscher

Abstract



In Mind and World formuliert John McDowell ein für die neuzeitliche Erkenntnistheorie
charakteristisches Dilemma, wonach diese unablässig zwischen den Polen eines
uneingeschränkten Kohärentismus und dem Mythos des Gegebenen pendelt. Als Beispiel
für das kohärentistische Horn des Dilemmas nennt McDowell die Position von Donald
Davidson. Es wird gezeigt, dass die Behauptung, Davidsons Position führe zum Rückfall
in den Mythos des Gegebenen, nicht überzeugt. Die Frage nach dem Verhältnis von
Sprache und Welt löst Davidson im Rahmen seines externalistisch eingeschränkten
Holismus als Antwort auf ein eigenes Dilemma, das durch einen skeptischen Einwand
provoziert wird. Es zeigt sich, dass beide Autoren miteinander unverträgliche Ansätze
in rechtfertigungstheoretischen Fragen aber auch hinsichtlich des Zusammenhangs von
Erfahrungen und Überzeugungen vertreten.

Keywords


philosophy; 20th century philosophy; coherentism; epistemology; externalism; skepticism; empiricism

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