Abbildung und lebendes Bild in Tractatus und Nachlass

Christian Erbacher

Abstract



Nach dem Tractatus ist der Satz ein Bild der Wirklichkeit. Der
Begriff des Bildes wurzelt dabei in zwei unterschiedlichen Auffassungen: zum einen
wird er im gewöhnlichen Sinn verwendet, zum anderen im mathematischen Sinn der
Abbildung. Der vorliegende Beitrag zeigt, welche Stellen des Tractatus mit dem Begriff im mathematischen Sinn in Verbindung stehen und wo
die Verwendung wechselt. Der mathematische Begriff der Abbildung hängt zentral mit
der Forderung einer Repräsentation des Wirklichkeit durch Satzzeichen zusammen. Die
Verwendung des Begriffs wechselt allerdings zum gewöhnlichen Sinn bei der Besprechung
der Verkettung von Namen in Elementarsätzen. Die Sichtung von Manuskripten aus dem
Nachlass bestätigt diesen Eindruck. So stellt der Tractatus die Forderung nach einer isomorphen Repräsentation
(im mathematischen Sinn) von Sachverhalten dar, bestimmt aber keine Zuordnungsregel
von einfachen Zeichen zu Elementarsätzen.

Keywords


philosophy; 20th century philosophy; Wittgenstein Ludwig; picture; picture theory; projection; isomorphism; homomorphy

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