Die Relativität von Gewißheiten

Karl Nähr

Abstract



Wittgenstein´s „Über Gewißheit“ ist zum Teil motiviert durch die Auseinandersetzung
mit Moore über den Skeptizismus. Neben Gewißheiten, die sich nach Wittgenstein
skeptischen Fragen entziehen, wo ein Irrtum logisch ausgeschlossen ist, gibt es auch
ein breites Spektrum subjektiver Gewißheiten. Vorliegende Arbeit versucht zu zeigen,
dass solche Gewißheiten durch subjektives Verstehen und Beurteilen einer Sachlage,
durch subjektive Erfahrungen usw. begründet und somit relative Gewißheiten sind, die
nicht „richtig“ im naturwissenschaftlichen Sinn, sondern pragmatische Hilfen für
richtiges Handeln sein sollen und dem Drang nach einem geordneten Weltbild
entgegenkommen. Beim Aufnehmen von Informationen spielt das Verstehen eine wichtige
Rolle. Zum Erleichtern des Verstehens von Informationen werden diese oft vereinfacht,
aufbereitet, was zu missbräuchlichen Manipulationen führen kann. Die radikale
Auffassung von der Subjektivität und somit auch Relativität von Gewißheiten scheint
in ein Chaos subjektiver Standpunkte zu führen. Dem wirken aber soziale Kräfte
entgegen, die subjektive Meinungen einander annähern.

Keywords


philosophy; 20th century philosophy; Wittgenstein Ludwig; subjective certainty; practical consequence; expressive investigation

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